Montag, 14. April 2014

TWITTER 

Danke, Ingo Zamperoni! (Bild: blog.tagesschau.de)
Dieses Twitter-Dingens ist für Menschen, die nicht mit dabei sind, nur schwer zu durchschauen. So ging es mir auch jahrelang. Zwar habe ich es als Informationsquelle hin und wieder genutzt, aber selber tweeten? Wen interessiert schon, was ich da reinschreibe?

Mittlerweile habe ich durch Twitter neue Freunde und meinen derzeitigen Job gefunden (dazu an anderer Stelle mehr). Ich bin mit stetiger Begeisterung dabei. Twitter gehört zu meinem Tagesablauf wie E-Mail, Telefon und Fußball.

Im Twitter-Universum ergeben sich spontan immer wieder nette Geschichten, die einfach Spaß machen. So wie diese heute tagsüber zwischen mir, ARD-Washington-Korrespondent Ingo Zamperoni und meiner lieben Timeline.

Die ganze Story erzähle ich hier nach (Direktlink).



Nachtrag: Der hochgeschätzte Claus Junghanns hat auch mal sein Twitter-Verhalten verbloggt. Grundsätzliches zu Twitter hat der fabulöse Frank Bergmann hier veröffentlicht.


tl;dr: Warum ich Twitter nutze. Meine heutiger kurzer Schabernack über und mit ARD-Journalist Ingo Zamperoni zeigt, wie viel Spaß im Kurznachrichtendienst steckt.


Montag, 17. März 2014

KRIM-KRISE 

Oft, wenn ich nicht schlafen kann (Hallo, Vollmond!), grübele ich über meine eigenen Probleme, die meines Umfeldes oder gleich die der ganzen Welt nach. Konzentrieren wir uns auf die größeren.

Was da grad auf der Krim abgeht, macht nachdenklich. Ich bin ja noch aufgewachsen mit der ständigen Angst vor einem Atomkrieg. Hätte man mich als achtjährigen Steppke gefragt, wovor ich am meisten Angst habe, wären die Prioritäten wohl so ausgefallen:

  1. Unfall oder Krankheit der eigenen Eltern
  2. Verlust meines aktuellen Lieblingsspielzeuges
  3. Atomkrieg zwischen der UdSSR und den USA

Mit dem Fall des Eisernen Vorhangs vor 25 Jahren war diese Atom-Sorge mit einem Schlag vorüber. (Beim Sturz Gorbatschows 1991 spielte sie, trügt mich meine Erinnerung nicht, nochmal kurz eine Rolle.)


Europa: Freude, schöner Götterfunken!
Man lebte dann so vor sich hin, wurde erwachsen, baute sich etwas auf und zerstörte dies auch gleich wieder  und fing wieder von vorne an. Bekannte und Freunde wurden krank; mittlerweile gehören Beerdigungen zum Leben. Beziehungen und Ehen im Umfeld wurden geschlossen und lösen sich blöderweise auch wieder auf. Kinder wurden geboren – jedes ein kleines Wunder für sich. Alles in allem ein normales Leben, wie wir Mitteleuropäer es fast alle führen.

Und jetzt der surreale Gedanke, dass so etwas wie ein Kalter Krieg wieder kommen könnte. Atomangst? Passt doch echt nicht in meine Lebensplanung.

Beide Seiten im aktuellen Krim-Konflikt werfen sich mit wachsender Intensität Nationalismus vor. Die Russen sagen, auf dem Euromaidan und in der neugebildeten Regierung hätten die Faschisten das Sagen. Die westlich orientierten Ukrainer und fast der gesamte Westen werfen dagegen Putin abwechselnd Wahnsinn und zaristische Großmannssucht vor.

Meine Position in dem Konflikt ist recht klar; wenn auch nicht völlig fundiert. Es ist eher so ein Bauchgefühl. Ohne Zweifel: Echte Demokratie und das Selbstbestimmungsrecht der Ukrainer sind richtig. Aber würde ich dafür kämpfen?

Einschneidende Momente für mich waren die bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzungen auf dem Euromaidan. Dass nur zwei Flugstunden von Berlin entfernt junge Menschen mit der Europafahne in der Hand sterben, war nicht vorstellbar.

Während wir uns um EU-Richtlinien für Olivenöl-Kännchen streiten, riskieren andere für den europäischen Traum ihr Leben.

Es wird Zeit für ein neues Europa-Gefühl. Ein positives Europa-Gefühl. Eines, das uns daran erinnert, wo wir herkommen. Ein Europa, das auf unserer Geschichte und auf universellen Werten aufbaut.

So ein Gefühl ist schwer greifbar und noch schwerer zu erklären. So wie sich in den letzten Jahren ein Berliner Lebensgefühl neu entwickelt hat, benötigen wir ein europäisches. Das muss verbindlich sein von Lissabon bis Helsinki, von Dublin bis Kiew (später gerne auch einmal bis Moskau).

Politik kann dafür eine Grundlage schaffen. Eine echte Europa(aus)wahl wäre da ein Anfang. Alles nur auf die Politik übertragen zu wollen, wäre aber zu kurz gedacht. Dem Sport, der Kunst und der Kultur sowie den Medien fallen entscheidende Rollen zu.

Ein besonders gelungenes Beispiel für die Schaffung des europäischen Spirits gab es 2010. Beim Eurovision Song Contest in Oslo gelang dem norwegischen Fernsehen für sieben Minuten eine faszinierende Aktion. Aber erinnert Euch selbst:



Das ist es, was ich meine: Wir. Alle. Zusammen. In. Europa. Damit lösen wir sicherlich nicht alle Probleme dieser Welt, aber wir fangen an, bei uns.


tl;dr: Plädoyer für ein europäisches Bewusstsein. Politik, Sport, Kunst, Kultur, Medien müssen unser Europa-Gefühl schärfen. Vor allem vor dem Hintergrund der Krim-Krise müssen wir uns auf gemeinsame Werte besinnen.


Sonntag, 2. März 2014

OSCARS 2014 

Die passen gut auf meinen Kaminsims.
Ich bin wahrscheinlich der Letzte, der noch Tipps für die Verleihung der Academy of Motion Picture Arts and Sciences abgibt. Dieser vermeintliche Vorteil wird aber durch den Umstand wieder aufgehoben, dass ich fast keinen der Filme kenne und mich dieses Jahr eigentlich gar nicht vorbereiten konnte.

Nun denn, Mitmachen in Inas Tipprunde macht dennoch Spaß – wie auch im letzten Jahr. Sollte ich einen der begehrten Preise abstauben, werde ich die gerne hier weiter verlosen. Nehmen und Geben ist mein seliges Oscar-Motto des Jahres. Jetzt aber zu meinen Tipps:

Best Motion Picture of the Year
The Wolf of Wall Street (2013)

Best Performance by an Actor in a Leading Role
Leonardo DiCaprio for The Wolf of Wall Street (2013)

Best Performance by an Actress in a Leading Role
Amy Adams for American Hustle (2013)

Best Performance by an Actor in a Supporting Role
Jared Leto for Dallas Buyers Club (2013)

Best Performance by an Actress in a Supporting Role
Julia Roberts for August: Osage County (2013)

Best Achievement in Directing
Martin Scorsese for The Wolf of Wall Street (2013)

Best Writing, Screenplay Written Directly for the Screen
American Hustle (2013): Eric Singer, David O. Russell

Best Writing, Screenplay Based on Material Previously Produced or Published
12 Years a Slave (2013): John Ridley

Best Animated Feature Film of the Year
Die Eiskönigin - Völlig unverfroren (2013)

Best Foreign Language Film of the Year
La Grande Bellezza - Die große Schönheit (2013): Paolo Sorrentino (Italy)

Best Achievement in Cinematography
Gravity (2013): Emmanuel Lubezki

Best Achievement in Editing
American Hustle (2013): Alan Baumgarten, Jay Cassidy, Crispin Struthers

Best Achievement in Production Design
Der große Gatsby (2013): Catherine Martin, Beverley Dunn

Best Achievement in Costume Design
12 Years a Slave (2013): Patricia Norris

Best Achievement in Makeup and Hairstyling
Dallas Buyers Club (2013): Adruitha Lee, Robin Mathews

Best Achievement in Music Written for Motion Pictures, Original Score
Die Bücherdiebin (2013): John Williams

Best Achievement in Music Written for Motion Pictures, Original Song
Ich - Einfach unverbesserlich 2 (2013): Pharrell Williams ("Happy")

Best Achievement in Sound Mixing
Gravity (2013): Skip Lievsay, Niv Adiri, Christopher Benstead, Chris Munro

Best Achievement in Sound Editing
Gravity (2013): Glenn Freemantle

Best Achievement in Visual Effects
Gravity (2013): Timothy Webber, Chris Lawrence, David Shirk, Neil Corbould

Best Documentary, Feature
The Act of Killing (2012): Joshua Oppenheimer, Signe Byrge Sørensen

Best Documentary, Short Subject
The Lady In Number 6 (2013): Malcolm Clarke, Carl Freed

Best Short Film, Animated
Get a Horse! (2013): Lauren MacMullan, Dorothy McKim

Best Short Film, Live Action
Helium (2013/II): Anders Walter


Mittwoch, 26. Februar 2014

SOTSCHI 2014 
Wie schnitten UdSSR, DDR, Jugoslawien & Co. ab? 

Wie auch nach den Spielen 2012 in London habe ich den Retro-89-Medaillenspiegel der abgelaufenen Olympischen Spiele berechnet.

Der Sieg beim Gold-, Silber- und Bronze-Zählen geht – wenig überraschend – an die Sowjetunion. Bereits in der Real-Version von Sotschi lagen ja die russischen Lokalmatadore vorne. Rechnet man nun noch die Medaillen aus Weißrussland, Lettland und Kasachstan hinzu, können sie fast doppelt so viel Edelmetall feiern wie die zweitplatzierten Norweger.

Die untergegangene Tschechoslowakei kommt auf einen kumulierten zwölften, der ehemalige Vielvölkerstaat Jugoslawien auf den 15. Rang.

Und die beiden deutschen Ex-Teilstaaten? Während in London BRD und DDR fast identisch ins Ziel gingen, klafft nun eine große Lücke. Der Westen ist auf die Medaillen des Ostens kaum angewiesen.

Ist das ein allgemeiner und bedenklicher Trend im 25. Jahr nach dem Mauerfall? Oder gibt es rein sportliche Gründe, weil durch die hohen Lagen vor allem in Bayern die Wintersportbedingungen dort naturgemäß besser sind?


Natürlich ist das Ganze ein absurdes Szenario – politisch inkorrekt darüberhinaus. Dennoch ist diese Auflistung für Statistik-Füchse sicherlich von Interesse. Der oben verlinkte Blog-Beitrag von 2012 bringt mir bis heute die meisten Google-Besucher.

Noch einige Hintergründe:

1. U.d.S.S.R. & Co. dürften niemals so viele Sportler pro Disziplin an den Start bringen wie die damaligen Teilstaaten heute zusammen. Allein deshalb ist die Summe nicht wirklich realistisch.

2. BRD- und DDR-Ergebnisse habe ich nach dem jeweiligen Geburtsort des Medaillengewinners gezählt. Bei Mannschaften war die Mehrheit ausschlaggebend. So erklärt sich auch das geteilte Bronze, errungen in der Langlauf-Staffel der Damen. Jeweils zwei Athletinnen sind im alten und im mittlerweile nicht mehr ganz so neuen Bundesgebiet geboren. Berliner gingen heuer leer aus; was eine Zuordnung zwischen Ost- und Westteil der Stadt obsolet machte. Aljona Savchenko ist in der Ukraine geboren, ihren Anteil am Bronze im Paar-Eiskunstlauf habe ich daher dem Osten zugeschlagen.

3. Für die Medaillenvergabe nicht relevant waren andere, seit 1989 neu entstandene Staaten wie Eritrea oder Ost-Timor (wegen Nichtteilnahme) oder der Wechsel Hongkongs von Großbritannien nach China.


tl;dr: Die Sowjetunion triumphiert bei den Winterspielen in Sotschi. BRD-Sportler holen dreimal so viel Gold wie Klassenfeinde aus der DDR. Der Medaillenspiegel, wenn es 1989 nicht gegeben hätte.


Montag, 24. Februar 2014

SOTSCHI 2014 
Medaillenspiegel verkehrt: Welches Land wurde wie oft Letzter? 

Die Schweiz auf 6, Deutschland auf 10, Österreich
auf 19 – wenn's nach letzten Plätzen in Sotschi geht. 
Dabei sein ist alles. Dieses ur-olympische Motto habe ich mir zum Vorbild genommen für den verkehrten Medaillenspiegel der gerade zu Ende gegangenen XXII. Olympischen Winterspiele in Sotschi.

Vielfach wird die Konzentration der medialen Berichterstattung auf Gold, Silber und Bronze kritisiert. Ich habe mir die Mühe gemacht, all die Sportlern mit einem eigenen Medaillenspiegel zu ehren, die in ihrem jeweiligen Wettbewerb Letzter geworden sind.


Dies zu berechnen, war gar nicht so einfach. Deshalb nun ein paar Hinweise, wie sich die links stehende Tabelle zusammensetzt.

Nicht immer ist der letzte Platz so eindeutig erkennbar wie bspw. im Skisprung der Frauen. Da sprang die Japanerin Yurina Yamada am kürzesten der dreißig angetretenen Sportlerinnen. Dafür bekommt Japan einen Eintrag in der dritten Spalte und einen ganzen Punkt, in der ausschlaggebenden vierten Spalte.

In vielen Disziplinen teilen sich mehrere Sportler die rote Laterne. Den extremsten Wert gab es beim Slalom der Männer. Dort fädelten im 1. Durchgang 38 Alpinisten ein und wurden von mir somit auf den letzten Platz gesetzt. Für ihr jeweiliges Land gab es somit einen Punkt in Spalte eins, aber nur 0,026 Pünktchen in der zweiten Spalte.

Angemeldete, aber nicht gestartete Sportler habe ich grundsätzlich nicht mitgezählt. Das gilt auch für des Doping überführte Athleten. Nicht ins Ziel gekommene Sportler habe ich auf den letzten Platz gesetzt. Natürlich zählten auch Vorrunde oder Qualifikationen. Bei Disziplinen mit Gruppenphasen zählte die jeweils schlechteste Bilanz der frühzeitig ausgeschiendenen Teams oder Athleten.

Die Bilanz zeigt: Insgesamt 59 verschiedene Länder belegten bei den 98 Entscheidungen den oder einen der letzten Plätze. Medaillen gewannen dagegen nur 26 Staaten.

Dass Japan, Südkorea und Estland (!) die Wertung anführen, hat mich ziemlich überrascht. Ich war eigentlich davon ausgegangen, dass die Länder, die die meisten Athleten stellen, auch sehr häufig hinten in den Ergebnislisten zu finden sein werden. Doch diese Staaten  also die USA auf Platz vier vor Kanada, Russland auf Rang acht und Deutschland auf dem zehnten Platz – schnitten ganz gut ab.

Vor allem das Ergebnis von Estland ist bemerkenswert. Der kleine Balten-Staat gewann in Sotschi nicht eine Medaille, kam aber sieben Mal auf den letzten Platz.

Dagegen sind die Bilanzen von Norwegen und der Niederlande fast makellos. 26 bzw. 24 Medaillen stehen nur jeweils drei letzte Ränge gegenüber.

Deutschland wurde achtmal Letzter. Das hält sich noch in Grenzen – die Medaillenausbeute mit achtmal Gold, sechsmal Silber und einmal Bronze dummerweise aber auch.

Bei Olympia Letzter zu sein, ist meiner Meinung nach überhaupt nicht schlimm. Das Erleben der Eröffnungs- und Schlussfeier, die Atmosphäre im olympischen Dorf und die Möglichkeit, gerade auch als Letzter Geschichte zu schreiben, müssen einmalig sein. Wer erinnert sich nicht gerne an Eddy the Eagle oder an Eric Moussambani, den bemitleidenswerten Schwimmer bei Olympia 2000 in Sydney, der auf seiner Strecke fast unterging? Dabei sein ist alles!


tl;dr: Der Medaillenspiegel der Verlierer: Japan, Südkorea und Estland belegten am häufigsten den letzten Platz in Sotschi. Deutschland mit durchschnittlicher Bilanz.


Donnerstag, 6. Februar 2014


Bei Google gibt es die umstrittene Funktion der automatischen Vervollständigung von Suchbegriffen. Ex-Bundespräsidenten-Ex-Gattin Bettina Wulff kann davon ein Lied singen.

Den genauen Algorithmus, der hinter der Vervollständigung steckt, gibt Google leider nicht bekannt. Ganz sicher spielt aber die Häufigkeit der Suchanfragen eine Rolle. Sonst hätte das Ding wenig Sinn.

Diese Häufigkeit gibt einen interessanten Einblick in die Vorurteile und den Wissensstand der Google-Nutzer über allerhand Themen. Spannend sind Vergleiche, wie der jetzt folgende: Was denken die Google-Nutzer über unsere Bundesländer?

Baden-Württemberg
Dass die Baden-Württemberger alles können, bis auf Hochdeutsch, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Deshalb wohl der spitze-Eintrag. Was allerdings § 41 abs. 2 straßengesetz mit dem Bundesland zu tun hat, sollte vielleicht mal jemand … ähm … googeln.

Bayern
Beste Eigenwerbung. Wahrscheinlich gibt es ganze Abteilungen der Tourismus-Marketing-Agentur des Freistaates, die nichts anderes tun als jeden Tag massenhaft positiv besetzte Begriffe einzugeben. Oder stimmt das alles?

Berlin
berlin ist zu groß für berlin – Wer tippt denn solchen Blödsinn? vegan passt schon gut, Hipster wäre noch ein Vorschlag von mir. dorfkneipe – nun ja.

Brandenburg
Negative Einträge gibt es bei einigen Bundesländern. Komisch, dass Brandenburg nicht dagegen vorgeht, mit rechtsextemen ponyhöfen in einen Topf geworfen zu werden.

Bremen
Widersprüchlich sind die Begriffe zur Freien Hansestadt. Und dass bremen die hauptstadt von … ist, weiß doch jedes Kind!

Hamburg
Hier leiden HSV-Fans. Der Traditionsverein, der aktuell auf einem Bundesliga-Abstiegsplatz steht, muss allerhand Spott ertragen. Auch bei Google. Hier haben sich Anhänger von Werder Bremen (grün-weiß) und St. Pauli (braun-weiß) ein Denkmal gesetzt.

Hessen
Sehr nüchtern geht es im Hessen-Land zu. Oder gab es zuhauf Zweifel am demokratischen und parlamentarischen Wesen des einstigen Roland-Koch-Landes?

Mecklenburg-Vorpommern
Ähnlich wie Baden-Württemberg ist an der Ostseeküste allein schon die Nennung des Bundeslandes ein Statement: mecklenburg-vorpommern ist.

Niedersachsen
Nur Bahnhof verstehe ich bei den Niedersachsen. Gab es da mal Kinofilme?

Nordrhein-Westfalen
Die Finanzmisere des größten Bundeslandes scheint viele zu elektrisieren. Wo sonst wird der Name eines Haushaltsministers so oft gesucht. Und viele fragen sich, ob nicht doch Düsseldorf NRW-hauptstadt ist.

Rheinland-Pfalz
Knaller! In Rheinland-Pfalz scheint es ausgereifte Pläne zu geben, endlich Schluss mit verregneten Tagen zu machen. Rheinland-Pfalz21 sozusagen.

Saarland
Fakt vs. Frage: Noch ist der aktuelle Status des kleinsten Flächenlandes offenbar umstritten. Nur der Thrill-Faktor könnte etwas höher sein.

Sachsen
Mehr Fragezeichen als Antworten bieten die Sachsen. mehlsack? geprägt von räumlicher disparität? Geht es nicht eine Spur simpler?

Sachsen-Anhalt
Im Jahr 25 des Mauerfalls verschieben sich die Grenzen. Wunderbar! Das niedriglohnland und zentrum der angst hat imagemäßig aber noch Potenzial nach oben.

Schleswig-Holstein
Ganz im Norden wird massenhaft um dennis h. aus owschlag getrauert. Ist sein Ableben Schuld daran, dass Schleswig-Holstein schlusslicht ist? Allerdings ist mir nicht ganz ersichtlich, wie man auf ein Schlusslicht aufholen kann, bremen?

Thüringen
Den Abschluss unserer kleinen Bundesland-Reise bildet Thüringen. Das Land scheint ja mächtig angesagt und damit eine reise wert zu sein.


Kennst du andere lustige oder informative Autovervollständigungen? Oder hast du selbst schon einen Vergleich angestellt? Lass es mich uns wissen. Ab in die Kommentare damit!


Dienstag, 4. Februar 2014

SPORTAUSSCHUSS 

Der Saal des Sportausschusses im Paul-Löbe-Haus. So leer ist es nur in Sitzungspausen.

[Vorbemerkung: Ähnlich unbeliebt wie mit dem folgenden Text macht man sich wohl nur, wenn man niedlichen Koala-Babys die Eukalyptusblätter klaut. Es muss jetzt aber sein.]


Im Deutschen Bundestag haben sich gerade die Fachausschüsse gebildet. Diskussionen gab es eigentlich nur um die Frage, ob Journalisten bei Sitzungen im Sportausschuss anwesend sein dürfen. Alle anderen Ausschüsse (bis auf der für Europafragen) tagen grundsätzlich nichtöffentlich. D.h. nur die Politiker, ihre Mitarbeiter, das Ausschusssekretariat und geladene Experten sind anwesend.


Nichtöffentlich hieß übrigens noch nie, dass man nichts Internes mitbekommt. Wird über Skandale oder Personalien debattiert, finden sich immer schnell Oppositionspolitiker oder profilierungssüchtige Regierungsvertreter, die konkrete Informationen an die interessierte Öffentlichkeit durchstechen. Das war nie anders und wird es auch nie sein.


Durch meine Arbeit im Bundestag bin ich ab und zu bei Ausschusssitzungen dabei. Und da passiert manchmal Eigenartiges. Während in den Debatten im Reichstag eigentlich immer Regierungs- und Oppositionsfraktionen gegeneinander argumentieren, ist das in den Ausschüssen oft nicht der Fall.


Hier wird oft von allen Seiten ernsthaft um die beste Lösung gerungen. Mal loben Minderheitenvertreter die Regierungsvorschläge, dafür nehmen diese dankbar Ideen der anderen auf. Ein abweichendes Votum von der eigenen Parteilinie? Im Ausschuss fast alltäglich. Politik, wie sie sich die Bürger wünschen. Sobald aber Journalisten dabei sind, fallen alle die meisten der Politiker wieder in ihre angestammten Rollen zurück. Öffentlich einen Vorschlag der anderen Seite gutheißen? Klingt zwar sympathisch, ist aber weltfremd. Da spielt die Parteifarbe keine Rolle.


Nichtöffentliche Sitzungen haben also auch ihre Vorteile. Das hat nicht zuletzt sogar die Piratenpartei erkennen müssen. Bläst denen der Wind ordentlich ins Gesicht, versuchen die obersten Transparenz-Verfechter auch mal Journalisten vom Parteitag auszuschließen. Kurz nach Einzug in die Länderparlamente verabschiedeten sich die Piraten schnell davon, alle Fraktionstagungen im Netz zu streamen. Weil sie etwas zu verheimlichen haben? Nein. Es gibt einfach Dinge, die bespricht man besser und offener unter sich.


Der Sportausschuss hat sich nun also entschieden, weiterhin geheim zu tagen. So hatte er es, bis auf in den Jahren 2005 bis 2011, immer getan. Selbst die Unions-Vertreter wollen aber davon so oft wie möglich Ausnahmen machen. Kann man auch gut und sinnvoll finden.


[NachbemerkungÖffentlichkeit und Transparenz ist nicht immer dasselbe.]



tl;dr: Der Sportausschuss im Deutschen Bundestag tagt weiterhin geheim. Warum eine offene Debatte einer öffentlichen überlegen sein kann.


Dienstag, 28. Januar 2014


Dortmund der neue Krisenklub?
Viertes Heimspiel infolge ohne Sieg, 14 Punkte Rückstand (plus ein Spiel) auf Bayern München, die direkte Qualifikation für die Champions League wackelt. Bei Borussia Dortmund liegt einiges im Argen.

Freilich, für Platz drei sollte sich niemand schämen. Doch immer mehr wird deutlich: Anspruch und Wirklichkeit klaffen beim letzten Champions-League-Finalisten derzeit auseinander.


Woher kommt die derzeitige Schwäche des BVB? Einige Argumente, von einem, der zwar den Verein nicht sonderlich mag, das Auf und Ab von Klubs in der Bundesliga aber interessanter findet als eine drohende mögliche Dauer-Dominanz des FC Bayern.


Erstens: Die Verletzten-Misere. Ja, die Dortmunder hat es zuletzt arg erwischt. Aber auch andere Teams (Bayern: Badstuber, Schweinsteiger, immer wieder Robben) kennen solche Phasen.


Zweitens: Irgendwann nutzt sich jeder Trainer ab. Nein, das soll kein Klopp-Bashing werden. Seit seinem Amtsantritt anno 2008 kannte der Verein eigentlich nur eine Richtung: nach oben. Und Jürgen Klopp ist dabei der Garant. Wie ihm es gelang, neue Talente einzubauen, taktische Maßstäbe in der Bundesliga zu setzen und die Mannschaft immer punktgenau einzustellen und zu motivieren, nötigt selbst mir allergrößten Respekt ab.


Wie er, seine Mannschaft, der Verein und das Umfeld jetzt auf die Schwächephase reagieren, wird dennoch spannend zu beobachten sein. In solch einer Situation sind sicher andere Qualitäten gefragt. Mal schauen, ob Klopp die ebenfalls besitzt.


Drittens: Die Transfers. In den letzten vier Jahren verlor Dortmund wichtige Führungsspieler.

  • 2011/2012 wechselte Nuri Sahin  für 10 Mio. Euro zu Real Madrid.
  • 2012/2013 ging Shinji Kagawa für 16 Mio. Euro zu Manchester United und Lucas Barrios für 8,5 Mio. Euro zum FC Guangzhou Evergrande.
  • 2013/2014 verließ Mario Götze für 37 Mio. Euro den BVB Richtung Bayern München.
  • Und zur neuen Saison folgt ihm Robert Lewandowski – sogar ablösefrei.

Ich halte es für eher unwahrscheinlich, dass ein Verein Abgänge dieser Qualität Jahr für Jahr adäquat ersetzen kann. So ist es bisher fast der beste Beweis kloppscher Trainerkunst, die Entwicklung des Vereins trotzdem kontinuierlich fortgesetzt zu haben. Aber irgendwann geht das nicht mehr. Schon aus statistischen Gründen kann nicht jeder neue Transfer einschlagen. (Man hätte diese Entwicklung auch nahezu korrekt vorhersagen können.)

Diese eine Frage muss ich aber stellen: Warum verlassen jedes Jahr so enorm wichtige Spieler den Verein? An den finanziellen Möglichkeiten kann es nicht ausschließlich liegen. Verein (jedes Jahr Champions League!) und Umfeld (das Stadion! die Fans!) bieten den Spielern doch fast alles, wofür die Spieler ihren Beruf lieben.

Ich bin da selbst etwas ratlos. Jedoch weiß ich eines: Nur wenn der BVB das abstellt, wird er den Bayern auf Jahre Paroli bieten können.



tl;dr: Borussia Dortmund rutscht diese Saison ab, weil es den jahrelangen personellen Aderlass nicht mehr ersetzen kann. Trainer Jürgen Klopp stößt an seine Grenzen.